Beschreibung: Boletales Röhrlinge und Röhrlingsverwandte

Paxillus rubicundulus Erlen-Krempling
Paxillus rubicundulus Erlen-Krempling
Paxillus panuoides Gemeiner Muschel-Krempling
Paxillus panuoides Gemeiner Muschel-Krempling

Paxillus involutus Kahler Krempling
Paxillus involutus Kahler Krempling

Steckbrief zu:

Paxillus involutus  (Batsch) Fr., (1838) Kahler Krempling

 

Synonyme aus Species Fungorum:

Agaricus adscendibus Bolton, (1788); Agaricus contiguus Bull., (1785);
Agaricus contiguus Bull. & Vent., (1809);

Agaricus involutus Batsch, (1786);
Omphalia involuta (Batsch) (1821);
Paxillus involutus var. excentricus Fr.;
Rhymovis involuta (Batsch) Rabenh., (1844);

 

Kurzbeschreibung:

Hut: 3-10 (20) cm Ø, jung polsterförmig und oft stumpf gebuckelt, glatt, fein filzig, bei Streckung der Fruchtkörper schnell verkahlend, schließlich scheibig bis tellerförmig sich ausbreitend, alt muldig einfallend und wellig verbogen, Rand stark eingerollt, im Alter deutlich flachrippig gezeichnet, ocker-, rost-, bis olivbraun, jung auch beigebraun, bei Feuchtigkeit schmierig-schleimig glänzend. Lamellen: schmal und engstehend, teilweise gegabelt, deutlich herablaufend, jung blass ockergelblich, später ockerbraun, alt oliv- bis rostbraun. Auf Druck oder bei Verletzung stark braun bis schwarzbraun fleckend. Stiel: 3-7 x 0,5-2 cm, jung holz- bis graubraun, dann ocker-, oder rostbraun, meistens gleich dick und gerade, voll, gelegentlich zur Basis leicht gebogen und schwach verdickt, glatt, längsfaserig im Bruch, auf Druck braun fleckend. Fleisch: jung schnittfest, weich, gelblichbraun, im Schnitt nach kurzer Zeit rötlichbraun anlaufend, alt schwammig, Geruch unauffällig, leicht aromatisch, Geschmack etwas säuerlich pilzig

Sporenpulver: rostbraun.

 

Ökologie, Lebensweise:

Der Kahle Krempling ist in unterschiedlichen Waldtypen und -gesellschaften zu hause. Auf frischen, saueren, und feuchten Böden erscheinen besonders üppige Populationen. Außerhalb geschlossener Wälder z. B. in Parkanlagen, auf Friedhöfen, in Gärten und Wiesen ist er besonders mit Birken und Hainbuchen vergesellschaftet. Paxillus involutus ist ein wertvoller Mykorrhizabildner, der mit mehreren Baumarten eine Lebensgemeinschaft eingehen kann. An seinen  Lebenspartnern stellt er keine besonderen Ansprüche.

 

Verwechslungen:

Der sehr ähnliche Erlen-Krempling Paxillus rubicundulus  wird von Speisepilzsammlern so gut wie nie als eigenständige Art erkannt. Er bildet oft kleinere, bedeutend dünnere, und zum Rand flattrig verbogene Fruchtkörper aus. Seine Hutoberfläche reißt schon früh striemig-streifig auf und täuscht so Grobschuppigkeit vor. Er ist ein treuer Erlenbegleiter der auf feuchten, (nie trockenen) Böden in Auenwäldern, an Bachufern oder in feuchten Erlenbruchwäldern etc. vorkommt. Die Erscheinungszeit ist bei beiden Kremplingen gleich. Der Samtfuß-Krempling (Paxillus atrotomentosus) ist ein Saprobiont (Fäulniszersetzer) der Wurzeln und Strünke von Nadelhölzern in der Optimalphase besiedelt. Seine derben, meist muschelförmigen Fruchtkörper, und der kurze, schwarzbraune samtige Stiel, der meist exentrisch oder lateral wächst, zeigen eindeutige Unterschiede zum Kahlen Krempling. Der Gemeine Muschelkrempling (Tapinella panuoides wird nur 2-7 cm groß. Seine  Fruchtkörper sind mehr orangebraun und sitzen fächer- oder muschelförmig ungestielt, (selten kurz lateral gestielt) dem Substrat auf. Die meist wellig gekräuselten oft anastomosierenden Lamellen des Gemeinen Muschelkremplings sind ein weiteres auffälliges Unterscheidungsmerkmal zu den anderen Kremplingsarten. Er besiedelt am liebsten totes Nadelholz das sich in der Optimalphase befindet.

 

Giftigkeit bzw. Speisewert:

Der Kahle Krempling, im Volksmund auch Speckpilz genannt, ist giftig. Obwohl er früher wie heute von vielen unwissenden Speisepilzsammlern als essbar gewertet und verzehrt wird. Dass nach dem Verzehr von Kremplingen bei den meisten Pilzessern nie Beschwerden auftraten liegt einfach daran, dass sie bisher Glück hatten. Nach der nächsten Mahlzeit könnte es schon anders aussehen. Der Kahle Krempling enthält ein bisher noch unbekanntes Gift, das sich von Kremplingsmahlzeit zu Kremplingsmahlzeit im Körper anreichert und durch eine komplizierte Antigen-Antikörperreaktion beim Mensch gefährliche innere Krankheiten auslösen können die schon vereinzelt zum Tod geführt haben. Das gleiche gilt für den Erlen-Krempling. Der Samtfuß-Krempling und Muschelkrempling sind ungenießbar.

 

Erscheinungszeitraum:

Alle Kremplingsarten sind typische Sommer-Herbstpilze.

 

Verbreitung in Deutschland:

Ein äußerst anpassungsfähiger Pilz der sich in ganz Deutschland gut behauptet.

 

Boletales Röhrlinge und Röhrlingsverwandte

 

Zu den Beschreibungen

Kleines Nachtpfauenauge männl.
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Mandarinente männl.
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Iltismutter mit zwei Jungen
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Dompfaff
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Kreuzotter
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Hufeisenkleegelbling Colias australis
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Judasbaumblüte
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Flechte-Peltigera didactyla in Symbiose mit Arrhenia rickenii
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